Organisationsanalyse & Organisationsdiagnose

Organisationsanalyse & Organisationsdiagnose

Bei Organisationsentwicklungs-Maßnahmen kommt es oft zu diagnostischen Aktivitäten. Ohne Situationsdiagnosen kann es sein, dass bei Veränderungs- und Entwicklungsprozessen bloß Symptombekämpfung betrieben wird statt den Dingen auf den Grund zu gehen. Bei Organisationsdiagnosen können vereinzelte Symptome oder im medizinischen Sinne auch verschiedene Syndrome (Komplex von gleichzeitig auftretenden Symptomen) bewusst gemacht und „blinde Flecken“ erkannt werden. Diagnose beudet „durch und durch erkennen“ und „durch-schauen“. Deshalb verstehen wir unter Oranisationsdigagnose kein „Bloß-auf-die-Oberfläche-Blicken“. Wir wollen mit den passenden Methoden erkennen und durchschauen, welche Grundannahmen bzw. mentale Programme und Paradigmen in Organisationen bewusst oder unbewusst gelebt und erlebt werden. Zur Draufsicht muss also noch der Durchblick kommen. Dann erst kann eine Organisationsveränderung zu einer Organisationsentwicklung werden und sich ein Bewusstsein der Stärken und Mängel, der Chancen und Risiken einer Organisation entwickeln.

(vgl. Glasl in Professionelle Prozessgestaltung, S. 90 ff.).

Begriff

Bedeutung

Organisationsanalyse Systematisches und differenziertes Erfassen von Sachverhalten, Überprüfen und Widerlegen von bisherigen Wahrnehmungen, Meinungen, Deutungen und Zusammenhängen.
Organisationsdiagnose Erkennen von Symptomen und Syndromen (Komplex gleichzeitig auftretender Symptome) bzw. Mustern, aufzeigen der geistigen Grundlagen der bestehenden Situation, der verborgenen und eindeutigen Grundauffassung zu Mensch, Organisation und gesellschaftlichem Umfeld, durch welche die Symptome erzeugt worden sind.

(Begriffsunterschiede nach Glasl)

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