Wissensmanagement

Wissensmanagement

Schon vor 20 Jahren sprach die Berater/-innenbranche vom Wissensmanagement und löste damit einen Hype aus. Aber was bedeutet Wissensmanagement eigentlich? Zunächst verstand man darunter das Sammeln von Mitarbeiter/-innen-Wissen über Prozessabläufe. Beim Versuch, das Erfahrungswissen von Mitarbeiter(inne)n zu sammeln, konnte jedoch schnell festgestellt werden, dass manche dies nur ungern preisgaben, denn dieses Wissen sicherte oftmals ihre Stellung im Unternehmen. Wissensmanagement fängt damit an, Wissen überhaupt erst entstehen zu lassen. Wissen im unternehmerischen Kontext bedeutet Unternehmenswissen und nicht bloß die Erfahrungswerte der Mitarbeiter/-innen. Doch was versteht man unter diesem Unternehmenswissen und wie lässt es sich generieren? Im Allgemeinen wird Wissen als Information definiert, die zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der richtigen Qualität der richtigen Person zur Verfügung stehen.

Wissensmanagement beschäftigt sich mit den Möglichkeiten, auf die Wissensbasis eines Unternehmens Einfluss zu nehmen. Dabei werden individuelles Wissen und Fähigkeiten (Humankapital) systematisch in der Organisation verankert. Wissensmanagement kann daher als ein Interventionsmechanismus verstanden werden, der auf den Theorien der Organisationslehre und des organisationalen Lernens beruht und diese systematisch nutzt. Das Wissen innerhalb eines Unternehmens wird dabei als Produktionsfaktor verstanden. Die Unterscheidung in implizites Wissen („verstecktes“ Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter/-innen, in Teams oder Arbeitsgruppen und in der Außenwelt) und explizites Wissen („offizielles“, aktuell verfügbares, jederzeit abrufbares Wissen) und die daraus abzuleitenden grundsätzlichen Schwerpunkte der Wissensmanagement-Strategie haben in betriebswirtschaftlichen Anwendungsbereichen eine große Bedeutung.

Je mehr Wissen verfügbar ist, desto flexibler kann eine Organisation agieren. Viel zu oft wird das Rad neu erfunden. „Sie würden staunen, wenn Sie wüssten, was Ihre Organisation alles weiß.“ Sowohl in der Innenwelt als auch in der unmittelbaren Außenwelt einer Organisation ist im Normalfall genug Wissen zur Lösung fast jeder Aufgabenstellung vorhanden. Die Frage ist: Wie wird dieses Wissen verfügbar gemacht und gemanagt?

Ziele von Wissensmanagement:

  • Schlummerndes Wissen mobilisieren.
  • Neues Wissen konsequent entwickeln.
  • Kultur des Lernens und Experimentierens in einer Organisation etablieren.
  • Vorhandenes Wissen bei Bedarf den Mitarbeiter(inne)n verfügbar machen.
  • Reibungsverluste verhindern.

Förderliche Faktoren von Wissensbeschaffung

  • Vertrauen
  • Flexible Strukturen
  • Ausgeprägte Team- und Gruppenkultur
  • Akzeptanz von Nicht-Wissen
  • Offene Kommunikation

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